Initiative Breitscheidplatz GmbH

Is HVM just for Christmas?

HVM im Public Sector Buyers` Guide 2026*: Fachartikel veröffentlicht, PSI Media

Christian Schneider, Specialist Security Advisor (SSA HVM), INIBSP

12. Januar 2026

Der Fachartikel „Is HVM just for Christmas?“ ist in der aktuellen Ausgabe des Public Sector Buyers Guide 2026 von PSI Media erschienen. Der Beitrag richtet sich an öffentliche Auftraggeber und Entscheidungsträger und analysiert eine zentrale Fehlannahme im Umgang mit Hostile Vehicle Mitigation (HVM): die Einordnung als saisonale oder rein veranstaltungsbezogene Sicherheitsmaßnahme.

Einordnung: Fahrzeugangriffe als etablierte Bedrohung

Schwere Fahrzeugangriffe – sogenannte Vehicles as a Weapon (VAW) – auf öffentlich zugängliche Orte (Publicly Accessible Locations, PAL) nehmen seit Jahren zu. Stadtzentren, Plätze, Fußgängerzonen und kritische Infrastrukturen stehen dabei dauerhaft im Fokus potenzieller Angreifer. Prognosen sicherheitsrelevanter Behörden gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Parallel dazu steigt der Einsatz von Fahrzeugsicherheitsbarrieren (Vehicle Security Barriers, VSB) im öffentlichen Raum. Entscheidend ist jedoch nicht die bloße Präsenz von Barrieren, sondern deren technische Eignung, korrekte Dimensionierung und fachgerechte Planung.

Scheinsicherheit durch ungeeignete Maßnahmen

Ein Schwerpunkt des Artikels liegt auf der Analyse sogenannter Placebo-Sicherheit. In der Praxis werden häufig Barrieren eingesetzt, die:

  • nicht crash-getestet sind,

  • nicht zur realen Fahrzeugbedrohung passen,

  • oder ohne Bezug zu Anfahrtswegen, Fahrzeugmassen und Geschwindigkeiten positioniert werden.

Solche Maßnahmen entfalten keine wirksame Stoppwirkung und können im Ernstfall selbst zur Gefahr werden – etwa durch Umstürzen, Versetzen oder Splitterwirkung. Zertifizierung allein ist dabei kein Qualitätsnachweis: Eine ungeeignete oder unterdimensionierte Barriere bleibt auch dann gefährlich, wenn sie formal zertifiziert ist.

HVM vs. Veranstaltungssicherheit: klare Zuständigkeiten

Ein zentrales Missverständnis, das der Artikel adressiert, ist die Gleichsetzung von Hostile Vehicle Mitigation / Zufahrtsschutz mit allgemeinem Veranstaltungssicherheitsmanagement.

HVM / Zufahrtsschutz schützt Standorte – nicht Veranstaltungen.

Während Veranstaltungssicherheit Aspekte wie Besucherlenkung und -steuerung, Brandschutz und Evakuierung umfasst, erfordert HVM / Zufahrtsschutz:

  • spezialisierte ingenieurtechnische Planung,

  • Vehicle Dynamic Assessments (fahrdynamische Bedrohungsanalysen),

  • rechtlich belastbare technische Konzepte,

  • sowie den Einsatz geeigneter, zertifizierter Schutzsysteme.

Veranstaltungen können – und sollen – auf bereits geschützten Standorten stattfinden. Die Schutzwirkung darf jedoch nicht erst anlassbezogen entstehen, sondern muss dauerhaft im öffentlichen Raum verankert sein.

Lehren aus realen Ereignissen

Aktuelle Fahrzeugangriffe, unter anderem auf Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen, haben exemplarisch gezeigt, welche gravierenden Folgen unzureichend geplante oder falsch umgesetzte Zufahrtsschutz-Maßnahmen haben können. Die Auswirkungen betreffen nicht nur die unmittelbaren Opfer, sondern auch:

  • das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung,

  • das Vertrauen in öffentliche Institutionen,

  • sowie Städte, politische Entscheidungsträger und lokale Wirtschaft.

Die Lehre daraus ist eindeutig: Maßnahmen zur Abwehr feindlicher Fahrzeuge müssen ausschließlich von qualifizierten und erfahrenen Zufhrtsschutz-Fachplanern entwickelt werden.

Bewährte Standards statt improvisierter Lösungen

Hostile Vehicle Mitigation / Zufahrtsschutz ist keine neue Disziplin. Sie hat sich seit den 1980er-Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und basiert auf bewährten ingenieurtechnischen Prinzipien. Qualifizierte Spezialisten arbeiten heute unter anderem auf Grundlage von:

  • ISO 22343-2,

  • internationalen Crash-Test-Standards,

  • strukturierten Planungsmodellen wie dem RIBA Plan of Work.

Effektive HVM-Konzepte erfordern zudem interdisziplinäre Expertise in Ingenieurwesen, Bauwesen, Bedrohungsbewertung und Terrorismusprävention sowie kontinuierliche berufliche Weiterbildung.

Fazit für öffentliche Entscheider

Die technische Frage ist längst beantwortet: Geeignete Zufahrtsschutz-Lösungen existieren.

Die entscheidende Frage ist, ob öffentliche Entscheidungsträger bereit sind, bewährte Standards, klare Zuständigkeiten und spezialisierte Fachkompetenz konsequent anzuwenden – und Zufahrtsschutz (HVM) als das zu behandeln, was sie ist: eine dauerhafte, sicherheitskritische Kernaufgabe im öffentlichen Raum.

* Public Sector Buyers` Guide ist eine jährliche Publikation von PSI Media, die Best Practices in Schlüsselbereichen wie Counter Terror Business, Education Business, Government Business und GreenFleet für öffentliche Einkäufer zusammenfasst. Sie richtet sich an Entscheidungsträger im öffentlichen Sektor. Die aktuelle Ausgabe erschien am 12. Januar 2026.

Is HVM just for Christmas?

HVM im Public Sector Buyers Guide 2026
Der Fachartikel „Is HVM just for Christmas?“ ist in der aktuellen Ausgabe des Public Sector Buyers Guide 2026 erschienen. Darin analysiert Christian Schneider, warum Hostile Vehicle Mitigation (HVM) keine saisonale Eventmaßnahme ist, sondern eine eigenständige sicherheitstechnische Disziplin, die dauerhaft und durch qualifizierte Fachleute geplant werden muss.
Der Beitrag richtet sich an öffentliche Auftraggeber und Entscheidungsträger und zeigt auf, weshalb ungeeignete oder falsch spezifizierte Barrieren nicht nur unwirksam sind, sondern im Ernstfall selbst zur Gefahr werden können.

Weiterlesen »

Rheinland-Pfalz fördert mobilen Zufahrtsschutz: Sonderprogramm „Gemeinsam sicher feiern“

Neue Förderung für mobilen Zufahrtsschutz in Rheinland-Pfalz
Mit der IKZ-Sonderförderung „Gemeinsam sicher feiern in Rheinland-Pfalz“ unterstützt das Land Kommunen bei der gemeinsamen Anschaffung mobiler Zufahrtsschutzsysteme für Veranstaltungen. Ab Oktober 2025 können interkommunale Kooperationen Fördermittel von bis zu 140.000 Euro beantragen. Ziel ist es, Veranstaltungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und kommunale Zusammenarbeit wirkungsvoll zu verbinden.
INIBSP unterstützt Kommunen bei der Konzeption und Umsetzung professioneller Zufahrtsschutzlösungen – von der Planung bis zur Einsatzpraxis.

Weiterlesen »

Zufahrtsschutz – Maßnahmen zur Prävention in London

Zufahrtsschutz ist mehr als nur Poller: Vom 29. September bis 2. Oktober 2025 lädt der VfS zum exklusiven Seminar nach London ein. Mit dabei ist Christian Schneider von der Initiative Breitscheidplatz – einer der führenden Experten für Sicherheitstechnik. Erleben Sie Fachwissen aus erster Hand, die International Security Expo und Best-Practice-Lösungen im berühmten Ring of Steel.

Weiterlesen »

International Security Expo 2025

Christian Schneider von INIBSP hält am 30. September 2025 auf der International Security Expo in London einen Vortrag zum Thema Zufahrtsschutz und Perimeterschutz. Erfahren Sie, wie innovative Sicherheitslösungen kritische Infrastruktur schützen und welche Trends die globale Sicherheitsbranche bewegen.

Weiterlesen »

Hessenschau – „Veranstaltungen – Sicherheitskosten gestiegen“

Nach mehreren Absagen beliebter Feste in Hessen wegen hoher Sicherheitskosten will das Land mit einem Sofortprogramm Kommunen finanziell entlasten.
Christian Schneider, Zufahrtsschutzexperte, erklärt im Interview mit der hessenschau, warum viele Veranstalter überfordert sind, wie flexible Sicherheitskonzepte helfen können – und warum Zusammenarbeit der Schlüssel ist.

Weiterlesen »

Is HVM just for Christmas?

HVM im Public Sector Buyers Guide 2026
Der Fachartikel „Is HVM just for Christmas?“ ist in der aktuellen Ausgabe des Public Sector Buyers Guide 2026 erschienen. Darin analysiert Christian Schneider, warum Hostile Vehicle Mitigation (HVM) keine saisonale Eventmaßnahme ist, sondern eine eigenständige sicherheitstechnische Disziplin, die dauerhaft und durch qualifizierte Fachleute geplant werden muss.
Der Beitrag richtet sich an öffentliche Auftraggeber und Entscheidungsträger und zeigt auf, weshalb ungeeignete oder falsch spezifizierte Barrieren nicht nur unwirksam sind, sondern im Ernstfall selbst zur Gefahr werden können.

Weiterlesen »

Rheinland-Pfalz fördert mobilen Zufahrtsschutz: Sonderprogramm „Gemeinsam sicher feiern“

Neue Förderung für mobilen Zufahrtsschutz in Rheinland-Pfalz
Mit der IKZ-Sonderförderung „Gemeinsam sicher feiern in Rheinland-Pfalz“ unterstützt das Land Kommunen bei der gemeinsamen Anschaffung mobiler Zufahrtsschutzsysteme für Veranstaltungen. Ab Oktober 2025 können interkommunale Kooperationen Fördermittel von bis zu 140.000 Euro beantragen. Ziel ist es, Veranstaltungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und kommunale Zusammenarbeit wirkungsvoll zu verbinden.
INIBSP unterstützt Kommunen bei der Konzeption und Umsetzung professioneller Zufahrtsschutzlösungen – von der Planung bis zur Einsatzpraxis.

Weiterlesen »

Zufahrtsschutz – Maßnahmen zur Prävention in London

Zufahrtsschutz ist mehr als nur Poller: Vom 29. September bis 2. Oktober 2025 lädt der VfS zum exklusiven Seminar nach London ein. Mit dabei ist Christian Schneider von der Initiative Breitscheidplatz – einer der führenden Experten für Sicherheitstechnik. Erleben Sie Fachwissen aus erster Hand, die International Security Expo und Best-Practice-Lösungen im berühmten Ring of Steel.

Weiterlesen »

International Security Expo 2025

Christian Schneider von INIBSP hält am 30. September 2025 auf der International Security Expo in London einen Vortrag zum Thema Zufahrtsschutz und Perimeterschutz. Erfahren Sie, wie innovative Sicherheitslösungen kritische Infrastruktur schützen und welche Trends die globale Sicherheitsbranche bewegen.

Weiterlesen »

Hessenschau – „Veranstaltungen – Sicherheitskosten gestiegen“

Nach mehreren Absagen beliebter Feste in Hessen wegen hoher Sicherheitskosten will das Land mit einem Sofortprogramm Kommunen finanziell entlasten.
Christian Schneider, Zufahrtsschutzexperte, erklärt im Interview mit der hessenschau, warum viele Veranstalter überfordert sind, wie flexible Sicherheitskonzepte helfen können – und warum Zusammenarbeit der Schlüssel ist.

Weiterlesen »